#101 - Eine Woche ohne Social Media

Eine Woche ohne Social Media. Oder: Wie ich aufhöre meine Zeit zu verschwenden.

Ich bin viel am Handy. Verdammt viel. Viel zu viel. Und das weiß ich. Und am Ende des Abends bin ich wieder am jammern, weil ich nicht all das geschafft habe, was ich schaffen wollte. Und dann sagt mein Freund mir Dinge, die mich treffen. Aber nicht, weil er so gemein ist, sondern weil sie stimmen und mich selbst unglücklich machen. Es sind Dinge wie, "Wieso schaust du dir diesen nonsense an?", "So ein Scheiß.", "Wieso verschwendest du deine Zeit schon wieder mit Snapchat?", "Anstatt dir das rein zu ziehen, könntest du jetzt auch was anderes machen.".
Wenn ich mir mal wieder anschaue wie jemand in die Kamera lip syncro betreibt und mein Freund dazu kommt, ist es mir fast schon peinlich. Auch meine Schwester verdreht regelmäßig die Augen, wenn sie sieht, was ich mir anschaue. Aber die Neugierde und, in diesem Fall, fehlende Selbstdisziplin, lässt mich immer und immer wieder sinnlos in den Handybildschirm starren.
Ich habe sowieso schon in den letzten Wochen meinen Konsum herunter geschraubt. Aber da geht noch mehr. Ich möchte nicht mehr einen inneren Zwang verspüren irgendwas zu verpassen, jede Stunde alle Social Media Kanäle checken zu müssen und vor allem, mich nicht mehr wie ein Junky fühlen der einen Tag lang keinen Stoff konsumierte.
Und ja, das was ich schreibe und lese schockiert mich selber.

Ehrlich gesagt, in der Zeit, die ich mit Social Media verschwende könnte ich so viel produktives machen. So viel, dass mich glücklich macht, mich begeistert. Und wenn es nur zwei Seiten aus einem Buch sind die ich lese. Und das ist hier auch das Ziel. Weg davon Zeit zu verschwenden, hin zu Produktivität. Eine Art Experiment.


WAS ICH MIR FÜR DIE ERSTE WOCHE VORGENOMMEN HABE:
1. Höchstens 3x am Tag die Story von bestimmten Personen auf Snapchat und Instagram ansehen
2. Morgens und Abends durch Twitter, Instagram, Facebook & ask.fm scrollen
3. Bei Leerlauf, statt sinnlos durch Social Media scrollen, lieber lesen!

Montag:
Mittags habe ich mich doch wieder ein wenig in der Social Media Welt verloren und habe nicht ganz so viel geschafft wie geplant.

Dienstag:
Heute hatte ich einiges zu tun und relativ viel Besuch, sodass ich gar keine Zeit hatte auf mein Handy zu schauen.

Mittwoch:
Ich halte mich nicht so wie ursprünglich geplant an die 3x am Tag Regel. Aber das ist nicht weiter schlimm. Manchmal klicke ich kurz auf den Homebutton meines Handys oder nehme es in die Hand, nur um es dann wieder wegzulegen. Heute, da hatte ich einfach oft kein Interesse und wollte lieber an meiner Webseite weiter arbeiten.

Donnerstag:
Hatte heute eine Art Rückfall. Drückte mich davor, einen Teil der Wohnung zu putzen. Ich sollte mir angewöhnen, wenn ich schon etwas vor mir her schiebe, dann wenigstens zu lesen. Nicht unbedingt ein Buch, kann auch was sinnvolles im Internet sein. Aber so ein Lazy Day vor Semesterbeginn darf man sich schon mal gönnen.

Freitag:
Nur zwei Mal am Handy in Social Media gesurft. Heute dafür Bewerbungsbilder gemacht und gearbeitet. Nachmittags dann an meiner Webseite gearbeitet.

Samstag:
War ich heute überhaupt am Handy. Vielleicht abends kurz. Vormittags Redaktionsteamsitzung, Nachmittags Schwarzlichttheaterprobe.

Sonntag:
Fast die ganz Zeit an meiner Webseite gearbeitet. Nur noch gelegentlich auf's Handy geschaut.


FAZIT
Es ist ca. zwei Wochen her, seit ich dieses "Experiment startete. Und es verlief anders als gedacht. Nichtsdestotrotz hat sich für mich einiges Verändert. Zwar lasse ich mich manchmal noch immer in den Bann der Social Media Höhle ziehen, doch meistens verliere ich schnell das Interesse. Ich schaue mir nur noch ganz bestimmte Leute an, weil es mich einfach nicht mehr interessiert.
Und auf einmal habe ich so viel Zeit. Es hört sich an als hätte ich nichts anders getan als durch irgendwelche Timelines zu klicken. Sicher, ich übertreibe ein wenig. Aber ein bis zwei Stunden sind beinahe jeden Tag drauf gegangen. Und das ist auf Dauer verdammt viel.
Es ist nicht mein Ziel Social Media den Rücken zu kehren. Dann müsste ich meinen Beruf aufgeben. Mein Ziel ist es, meine Zeit damit nicht mehr zu verschwenden. Und auch wenn ich manchmal noch prokrastiniere, und das geht mit Social Media bekanntlich sehr gut, verbessere ich mich jeden Tag.

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5 Kritiken

  1. Ich finde es richtig, richtig cool, dass du dieses Experiment gewagt hast. Die meisten Menschen würden ja nicht einmal dazu stehen, dass sie in irgendeiner Form süchtig nach dem Internet / ihrem Handy sind. Allein das zuzugeben war also ein mutiger Schritt.

    Ich selbst möchte so etwas auch gerne reduzieren, versuche aber einen schmalen Grad zu gehen. Einerseits möchte ich weniger konsumieren und mehr produzieren. Aber andererseits konsumiere ich vieles auch wirklich gerne, weil es mich inspiriert. Hier muss ich zB darauf achten das richtige zu konsumieren und nicht zum 5. Mal den gleichen langweiligen Buch-TAG zu schauen.
    Gleichzeitig brauche ich Social Media. Ich will in der Bloggerszene involviert sein und es macht mir auch auch Spaß, auf Twitter zu sein und ich versuche irgendwie up to date zu bleiben und Blogs zu lesen, usw. Trotzdem sollte ich mir dafür vielleicht feste Zeiten zulegen, damit das nicht Überhand nimmt.

    Danke für deinen Post, du hast mich daran erinnert, dass ich daran auch wieder arbeiten muss. Ich drücke dir die Daumen für die Zukunft. <3

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    1. Ich kann dich absolut verstehen. Deswegen habe ich auch geschrieben, dass ich mich nicht ganz von Social Media lösen möchte. Weil es mir ja an sich Spaß macht. Und um up to date zu bleiben, muss man ja gucken was die anderen so machen. Ich möchte aber auch gerne wieder mehr erschaffen.
      Danke dir, für den tollen Kommentar! (:

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  2. Spannender Beitrag! Ich kenne das selber nur zu gut, ich bin ständig am Handy, vor allem dann wenn mir mal kurz langweilig ist. Ich hatte mal 3 Tage lang keinen Empfang, was wahnsinnig entspannend war und da wurde mir das erste Mal bewusst, dass es durchaus auch ohne geht!

    Viele liebe Grüße,
    Janika

    Yanikas Blog

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  3. so ein toller beitrag,
    ich habe mir oft überlegt so einen "Selbstversuch" zu starten.
    Da ich aber beruflich Bloggerin bin, ist das kaum möglich.
    Oft komme ich sogar so nicht fertig mit der arbeit, durch so sinnlose Dinge wie....privates Leben, Freunde, Familie und Freizeit. :/
    es hat alles vor und Nachteile leider.

    alles Liebe deine Amely Rose

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    1. Es geht auch nicht darum, davon Abstand zu nehmen um nichts damit zu tun zu haben. Sondern darum, nicht sinnlos am Handy zu sitzen und seine Zeit zu vertrödeln. Klar, als Bloggerin muss man am Ball bleiben. Muss wissen was ich Trend, was kommt gut an. Aber seine Social Medial Kanäle wieder und wieder zu öffnen, nur um arbeiten aus dem Weg zu gehen, das soll vermieden werden.

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